Film

Im Sommer 2011 spielen Tony und sein jüngerer Bruder Noé nahe beim Küstenstädtchen Royan an den Klippen. Aus dem Vergnügen wird bitterer Ernst, als der jüngere Bruder beinahe ums Leben kommt. Kurz darauf verlässt ihre Mutter nach einem x-ten Ehekrach den Gatten und nimmt die beiden Söhne mit. Zehn Jahre später kehren Tony und Noé als junge Erwachsene in das Haus ihrer Kindheit zurück, weil der Vater starb. Sie treffen auf bekannte Gesichter, darunter auch ihre Jugendliebe Cassandre. In den Brüdern werden Erinnerungen wach, darunter auch dunkle Geheimnisse, die sie wohlweislich verdrängt hatten... Eingebettet in eine sonnige Bildsprache mit prächtigen Scope-Bildern in kontrastreichen, stets leuchtenden Farben, erweist sich Nos Cérémonies als ein zugleich belebendes und morbides Coming-of-Age-Drama: bisweilen witzig, bisweilen erschütternd, oft beunruhigend. Roher Realismus trifft auf traumhafte Fantasiewelten, die Vergangenheit vermischt sich mit der Gegenwart in dieser faszinierenden Geschwister-Erzählung über Leben und Tod. Simon Rieth hat im Alter von 26 Jahren bereits sechs Kurzfilme gedreht, darunter Saint-Jean (2017) und Diminishing Shine (2018), die auf über 40 Festivals gezeigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden. Parallel dazu drehte er Musikvideos und TV-Werbespots. Mit Nos Cérémonies hat der Filmemacher seinen Spielfilmerstling gedreht und es damit auf Anhieb in die Semaine de la Critique des Filmfestivals von Cannes geschafft.

Produktion
Inès Daïen Dasi
Drehbuch
Simon Rieth, Léa Riche
Kamera
Marine Atlan
Schnitt
Guillaume Lillo
Sound
Guilhem Domercq
Besetzung
Raymond Baur, Simon Baur, Maïra Villena
Contact
Wild Bunch International